Das Museum Morsbroich in Leverkusen richtet die erste museale Einzelausstellung der Künstlerin Cihan Çakmak aus.
Unter dem Titel "like a warrior" zeigt das Museum Morsbroich in Leverkusen ab dem 12. Juli 2026 die erste museale Einzelausstellung der 1993 geborenen Künstlerin Cihan Çakmak. Im Zentrum der rund 60 Arbeiten umfassenden Schau steht das Selbstporträt, über das Çakmak über Identität, Herkunft, feministische Selbstbehauptung und Beziehungen zwischen Selbst und Gesellschaft reflektiert. Neben ihren Fotografien, Video- und Soundarbeiten präsentiert die Ausstellung erstmals umfassend Cihan Çakmaks Porträtzeichnungen. Die von Thekla Zell kuratierte Schau widmet sich dem Dialog zwischen Çakmaks fotografischem, filmischem und zeichnerischem Schaffen. "like a warrior" wird im Rahmen des Jubiläumsjahres des Museums Morsbroich gezeigt, das 2026 sein 75-jähriges Bestehen feiert.
Ausgehend von ihrer eigenen Biografie verbindet Cihan Çakmak persönliche Erfahrungen mit kollektiven Erinnerungsräumen. Fragen zu Identität, Herkunft, kulturellem Erbe, generationsübergreifenden Traumata, Rollenbildern und feministischer Selbstbehauptung bilden eine Konstante in ihrem künstlerischen Schaffen, das Fotografie, Video, Sound, Text und Zeichnung umfasst.



In ihren fotografischen und filmischen Selbst-, Doppel- und Gruppenporträts reflektiert Çakmak Individualität, einander Verbindendes und Trennendes. Ihre Bilder zeigen Körper fragmentarisch, durch Textilien bedeckt, von der Kamera abgewandt – oder aber als Ganzkörperbildnis, von Requisiten begleitet, mit direktem Blick in die Linse. Das fortwährende Ausloten von Grenzen und Kontrasten bildet eines der zentralen Themen in Çakmaks Arbeit, wobei Körper zum Schauplatz für zwischenmenschliches Bezugnehmen, Aushandeln und Widerstandleisten werden. Das Selbstporträt dient der Künstlerin hierbei als analytisches und politisches Werkzeug, mit dem sie Zeigen und Verbergen, Intimität und Kollektivität, Emanzipation und Verletzlichkeit verhandelt.
Ihre mit Buntstiften gefertigten Zeichnungen beinhalten Selbstporträts, Körperdetails, räumliche Szenen oder vegetative Versatzstücke. Die intime Bildwelt ihrer Zeichnungen ergänzt die klaren und präzisen Setzungen ihrer fotografischen und filmischen Bilder durch eine intuitive Darstellung, die das spontane Abbild eines Moments einfängt.



Bereits 2022 und 2023 stellte das Museum Morsbroich Cihan Çakmaks Fotografien im Rahmen zweier Gruppenausstellungen vor. Die umfangreiche Soloschau "like a warrior" vereint nun Çakmaks medienübergreifendes Erzählen in einem vielschichtigen Dialog.
Cihan Çakmak lebt und arbeitet in Berlin und Lissabon. Stationen ihrer fotografischen Ausbildung waren die Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, wo sie bei Tina Bara studierte und 2023 ihr Studium als Meisterschülerin abschloss, die Fachhochschule Dortmund, die Designhochschule IADE in Lissabon und das International Center of Photography in New York. Çakmak ist Preisträgerin des Paula Modersohn-Becker Nachwuchspreises 2020, des Rössing-Preises für Fotografie 2021 und erhielt 2023 für ihren Film "where I left you", der auch in der Ausstellung zu sehen ist, den ein-blicke-Preis des Bochumer Filmfestivals blicke.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Beiträgen von Şeyda Kurt, Maike Salazar und Thekla Zell bei SHIFT BOOKS, Berlin. Der Katalog wird unterstützt durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung im Rahmen des Förderpreises "Kataloge für junge Künstler*innen".
Terminliche Hinweise:
Cihan Çakmak. like a warrior
Pressekonferenz: 8. Juli 2026 um 11 Uhr
Eröffnung: 12. Juli 2026 um 12 Uhr
Ausstellungsdauer: 12. Juli – 8. November 2026
Museum Morsbroich, Gustav-Heinemann-Straße 80, 51377 Leverkusen
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