Neu bei Limmat: Usama Al Shahmani, In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied

Der neue Roman des beliebten Schweizer Autoren erscheint am 21. August.

Usama Al Shahmani hat einen Roman über den Antisemitismus im Nahen Osten geschrieben:

Gadi lebt als Dozent für hebräische Sprache in Zürich, als sein Vater in Israel im Sterben liegt. Über dreissig Jahre hatte er keinen Kontakt mehr zu ihm. Wider Willen reist er ans Krankenbett des Vaters, nach seinem Tod bleibt ein unbequemes Erbe: eine Tasche mit Tagebüchern und Aufzeichnungen sowie der letzte Wunsch, die Hälfte seiner Asche solle in den Tigris gestreut werden. Als Gadi in einem der Hefte zu lesen beginnt, begegnet ihm nicht nur ein unbekannter Vater, sondern auch ein dunkles Kapitel der irakischen Geschichte: die Vertreibung der dort seit über zweitausend Jahren ansässigen jüdischen Bevölkerung unter tatkräftiger Hilfe der Nationalsozialisten. 1934 in Bagdad geboren, erlebte Gadis Vater die Ausgrenzung bis zu den Pogromen und der Flucht nach Israel. Trotz seiner Widerstände kann sich Gadi nicht mehr von der Geschichte seines Vaters lösen und beschliesst, mit der Urne nach Bagdad zu reisen.
Ein eindrücklicher Roman von grosser Wucht über ein Stück irakischer Geschichte, das untrennbar mit der deutschen und europäischen Vergangenheit verbunden ist.

  • Eine fiktive Geschichte über die wahre Geschichte der Vertreibung der Juden aus dem Irak nach 25oo Jahren Koexistenz
  • Wie der nationalsozialistische Antisemitismus im Kampf gegen die briti-sche Kolonialherrschaft den Nahen Osten prägte
  • Die irakische Regierung von 1940 bis 1945 hat mit Hitler-Deutschland zusammengearbeitet und ein nationalsozialistisches Netz in Bagdad auf-gebaut.
  • Bekannte historische Protagonisten sind etwa der deutsche Gesandte in Bagdad Fritz Grobba (1886–1973) oder sog. «Großmufti von Jerusalem» Amin al-Husseini (um 1896–1974)
  • In der deutschsprachigen Literatur fehlt die arabische Variante des Nationalsozialismus‘ und bis auf wenige Ausnahmen das Schicksal der Juden im arabischen Raum dieser Zeitepoche.

Vita:

Usama Al Shahmani, geboren 1971 in Bagdad und aufgewachsen in Qalat Sukar (Nasirija), hat arabische Sprache und moderne arabische Literatur studiert. Er publizierte drei Bücher über arabische Literatur, bevor er 2002 wegen eines Theaterstücks fliehen musste und in die Schweiz kam.
Er übersetzt ins Arabische, u. a. "Fräulein Stark" von Thomas Hürlimann, "Der Islam" von Peter Heine und "Über die Religion" von Friedrich Schleiermacher. Seit 2021 ist er Literaturkritiker beim "Literaturclub" des Schweizer Fernsehens SRF.
Sein erster Roman "In der Fremde sprechen die Bäume arabisch" wurde mehrfach ausgezeichnet und war u. a. als "Lieblingsbuch des Deutschschweizer Buchhandels" nominiert. Seither sind die Romane "Im Fallen lernt die Feder fliegen" und "Der Vogel zweifelt nicht am Ort, zu dem er fliegt" erschienen. 2022 nahm er mit seinem Text "Porträt des Verschwindens" an den 46. Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt teil.
Usama Al Shahmani lebt in Zürich.


Usama Al Shahmani
In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied
Roman
gebunden mit Schutzumschlag, ca. 200 Seiten
ISBN 978-3-03926-093-5