Axel Hütte, Totenkopf, Österreich, 2011. © Axel Hütte, VG Bild-Kunst Bonn 2024.

Axel Hütte, Stille Weiten

Ausstellung im Arp Museum Bahnhof Rolandseck, 9.2.– 15.6.2025.

Die Ausstellung im Arp Museum vereint 36 Arbeiten aus den Jahren von 1997 bis 2024 unterschiedlicher Werkgruppen beispielsweise Gletscher, Brücken, Spiegelungen, Nebel und Berge, und Formate, die bis zu 4 Meter groß sein können, sowie Videoarbeiten. Eine besondere Stellung nehmen, gleich einem Leitmotiv, Axel Hüttes fluoreszierende Werke seiner Serie Flowers ein. Wie von Geisterhand bewegt, zeugen sie mit ihrer Farbigkeit auf schwarzem Grund von flüchtigen Momenten.

Axel Hütte (geboren 1951 in Essen) zählt zu den international renommiertesten Fotografen der Gegenwart. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf und Berlin. Seine einnehmenden Arbeiten, die von der sachlich-dokumentarischen Fotografie der Becher-Schule beeinflusst sind, zeichnen sich durch eine subjektive Sichtweise aus. Dabei ist die Komposition der Blickführung, der Bild- und Oberflächenstrukturen von Bedeutung. Auf der Suche nach dem Unerklärlichen, Erhabenen und Schönen geraten seine Werke zu malerischen Fotografien. Es sind rätselhafte menschenleere Aufnahmen, die oftmals Stille und Einsamkeit vermitteln und das Atmosphärische hervorheben sowie einen Raum für die Imaginationen seitens der Betrachterinnen eröffnen.

Seit Ende 1970 spielen Ausstellungen namhafter Fotografen:innen im Arp Museum – vormals Künstlerbahnhof Rolandseck – eine große Rolle. Der Sammlungsbestand umfasst Werke unter anderen von August Sander, Albert Renger-Patzsch, Bernhard und Hilla Becher, Wols, Erika Kiffl, Benjamin Katz, Michael Schmidt, Ernst Scheidegger, Ursula Wevers, Simone Demandt, Anna Lehmann-Brauns.

Mit seinen Fotografien und dabei insbesondere mit Hommage à Arp, schenkt Otto Umbehr (Umbo) dem Namensgeber des Arp Museums sowie dessen organischer Formensprache besondere Aufmerksamkeit. An diesen Sammlungsbestand und an vergangene fotografische Ausstellungen knüpft die im Frühjahr gezeigte Ausstellung der Werke von Axel Hütte an.

Emotionalität und Empfindsamkeit schwingen in seinen Arbeiten genauso mit wie Anklänge an die romantische Malerei. Naturphänomene wie Nebel bestimmen seine Landschaftsfotografien, die darin zu versinken scheinen, Wasseroberflächen oder Felsformationen verwandeln sich in abstrakte Strukturen, die teils gleich einem Allover Effekt die Bildfläche ausfüllen. Aber auch formale Strenge und geometrische Strukturen wie die seiner Werkserie der Brücken zeichnen seine Fotografien aus.

Axel Hütte erkundet sorgsam die Welt auf der Suche nach seinen Motiven. Er wird Teil der Orte, die er auswählt – harrt aus – bis er schließlich den Auslöser abdrückt, um für ein kurzen Augenblick die Zeit still stehen zu lassen. Dieses annähernd meditative Vorgehen begleitet all seine Werke und wird auch die Ausstellungsetage des Richard Meiers Baus in Rolandseck in kontemplative Gefilde verwandeln. Vier Videoarbeiten, die jeweils mit Klängen unterlegt sind, brechen das auch Hermetische seiner Werke auf. Spielerisch werden sie die Besucher:innen umwehen und in Axel Hüttes imaginierte Welten eintauchen lassen.

Die gesamte Ausstellung wird einem von sauerbruch hutton entwickelten Farbkonzept folgen. Das internationale Studio, das 1989 von Louisa Hutton und Matthias Sauerbruch in London gegründet wurde und heute in Berlin ansässig ist, realisiert nachhaltige Lösungen für Architekturprojekte, städtebauliche Masterpläne, Interieurs, Möbel und Ausstellungen, wie beispielsweise die GSW-Hauptverwaltung in Berlin, das Umweltbundesamt in Dessau und das Museum Brandhorst in München. Zu der Ausstellung wird ein Katalog (120 Seiten, deutsch/englisch) im Verlag der Buchhandlung Walther König erscheinen, mit einem Vorwort von Julia Wallner und Textbeiträgen von Kirsty Bell, Julian Heynen, Jutta Mattern und Helene von Saldern.


Presserundgang: Donnerstag, 6. Februar 2025, 11:00 Uhr
Eröffnung: Sonntag, 9. Februar 2025, 11:00-14:00 Uhr